Bahnreisen nach und in Russland - Bahn innerrussisch
Bahnfahren innerhalb Russlands hat etwas nostalgisches. Das Preisniveau liegt über den Linienbusen, aber unter Flugreisen. Fahrkarten können sie bei Engels Reisen bestellen. Vorverkaufsfrist gilt ab 45 Tage. Pass beim Kartenkauf erforderlich.
Es gibt 4 verschiedene Arten von Zügen und 5 verschiedene Wagenklassen. Bei langen Reisen wird jeder Wagen von einem Schaffner begleitet. Bei diesen erhält man umsonst heißes Wasser, gegen geringen Preis (in manchen Zügen auch ebenfalls umsonst) Tee und es werden auch ähnlich wie in deutschen Zügen mit kleinen Wägelchen Getränke und Snacks verkauft, allerdings wesentlich billiger, als in deutschen Zügen (aber immer noch teurer als irgendwo im normalen Geschäft).
Zugarten
Grundsätzlich gibt es in Russland vier Zugarten. An der Nummer des Zuges, die auf jeder Bahnhofstafel aufgeschrieben steht, kann man stets die Art des Zuges erkennen, die ansonsten eher ungenügend gekennzeichnet ist. Die vier Arten sind (russischer Name/deutsche Entsprechung):
-> Skorye/Überregionaler Fernschnellzug (Nummern 001-156): verbinden weit voneinander entfernte Metropolen und Großzentren; halten nur in mittleren und größeren Städten; berühmteste Beispiele sind die Transsib (siehe unten) oder die Strecke Moskau-St. Petersburg
-> Skorostnye/D-Zug (Nummern 157-170): verbinden benachbarte Metropolen, v.a. im europäischen Teil Russlands; halten überall ab Kleinstadtgröße
-> Passagirskie/Eilzug (Nummern 171-699): verbinden Metropolen mit mittleren Städten der betreffenden Region; halten fast überall
-> Elektrischka/Nahverkehrszug (Nummern 700 und größer): Verbinden Städte und Vororte; halten überall, sind meist sehr kurz, Triebwägen
Wagenklassen
Russische Züge sind aufgrund der riesigen Entfernungen im Land überregional fast immer vergleichbar mit westeuropäischen Schlafwagenzügen. So gut wie jede für russische Verhältnisse nicht-nur-lokale Fahrt dauert ja auch mindestens 8 Stunden. Es gibt 5 Wagenklassen. Nur die Klasse L wird westlichen Standart gewohnte Touristen zufrieden stellen, dafür aber vielleicht auch mehr als nur zufrieden stellen. Der Service ist dort ausgezeichnet. Für erfahrene Freaks sind dann mehr die Klassen K und P gedacht. Die Zugklassen sind (Bezeichnung/Name/Entsprechung):
-> Klasse L / 2Mestnyi Mjagkij / Luxusklasse - 2-Betten-Abteile mit umfangreichem Service und luxuiröser Ausstattung; nur in Skorye-Zügen (s.o.)
-> Klasse K / Kupejnyi / 1. Klasse - 4-Betten-Abteile, vergleichbar zu deutschen Abteil-Liegewagen, nur etwas älter und schäbiger; Radioberieselung, jedoch nicht über Kopfhörer, aber dimmbar; nicht in Elektrischkas und Passagierskies
-> Klasse P / Platzkartnyi / 2. Klasse - Großraum-Liegewagen oder -Sitzwagen ohne abgeschlossene Abteile; nicht immer festgelegte Plätze (wohl aber bei Übernacht-Verbindungen)
>Klasse O / Obschij / 3. Klasse - schäbiger Großraumwagen; nicht empfehlenswert für Westreisende; nicht in Skorye und Skorostnye
Bahnhöfe
Von deutschen Bahnhöfen unterscheiden sich russische im Grunde oft wenig. Da überregionale Zugpläne - unabhängig von der Zeitzone, in der man sich gerade befindet - nach Moskauer Zeit gestrickt sind, darf man sich nicht wundern, wenn offiziellen Bahnhofsuhren oft auch die Moskauer und nicht die Zeit vor Ort zeigen. Überregionale Züge halten öfters als in Deutschland an Bahnhöfen aus technischen Gründen auch einmal eine halbe Stunde (vielleicht alle 400 bis 600 km). An solchen Bahnhöfen findet auf den Bahnsteigen dann ein reger Verkauf der örtlichen Bevölkerung von Lebensmitteln für die Reise und Souvenirs statt.
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